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Moor entdecken

"Schaurig ist's, übers Moor zu geh'n..." Schon vor 150 Jahren gelangten die norddeutschen Moore zu einen überregionalen Berühmtheit - wenn auch zu einer traurigen. Dabei sind sie als nasse Extrem-lebensräume mit einer besonders interessanten Tier- und Pflanzenwelt ausgestattet. Für den Menschen waren Nieder- und Hochmoore jahrtausende lang lebensfeindliches, kaum betretbares Gebiet. Erst durch moderne Kulturtechniken zur Entwässerung und Bodenverbesserung gelang es, die einstmals menschenleeren Einöden in wertvolles Siedlungs- und Bauernland umzuwandeln. Heute sind nur noch wenige Relikte von Mooren vorhanden, ihre Restflächen werden als Natur- und  Landschaftsschutzgebiete vor dem Zugriff des Menschen bewahrt.

Torfabbau (in Jade)

Besonders wertvoll für die Tier- und Pflanzenwelt sind die Hochmoore. Sie bestehen aus Torfmoos, das die Eigenschaft hat, ein Mehrfaches seines Eigengewichtes an Wasser speichern zu können und potenziell unsterblich zu sein: Während sein oberer Teil wächst, stirbt sein unterer Teil ab und bildet so den sich gewölbenen Torfkörper. Ohne Kontakt zum Grundwasser besitzen Hochmoore ein eigenständiges Wasserregime. sie werden lediglich aus Regenwasser gespeist und sind entsprechend nährstoffarm. Höhere Pflanzen, die hier überleben wollen, haben spezielle Ernährungsformen entwickelt, wie beispielsweise der fleischfressende Sonnentau.

Moor
Heutzutage dienen die Restmoorgebiete den Menschen als erholungslandschaften mit Rundwegen, Lehr- und Erlebnispfaden, die die Flora und Fauna erläutern sowie die höchst spannende Kulturgeschichte der Moorkultivierung, die das Landschaftsbild im Nordwesten großräumig verändert hat. Auch in der mittleren und südlichen Wesermarsch finden sich mehrere schöne Moorgebiete, in denen man sich an wogenden Wollgräsern und farbenprächtigen Moorlibellen erfreuen kann. Fürchten muss sich hier niemand mehr. Genießen kann man stattdesssen die letzten Rückzugsorte der speziell angepassten und sehr selten gewordenen Tier- und Pflanzenwelt.

Schwimmendes Moor

Weltweit einzigartig ist das Resthochmoor vor dem Nordseeküstendeich bei Sehestedt, das bei Orkanfluten aufschwimmt und daher Schwimmendes Moor heißt. Durch flutbedingten Abbruch großer Torfstücke verkleinerte es sich auf nur noch 10 Hektar - für ökologisch jedoch höchst interessant sind: Salz- und Süßwasserlebensraum treffen hier direkt aufeinander. In absehbarer Zeit wird dieses Relikt, das unter Naturschutz steht, verschwunden sein. Genießen Sie daher einen Spaziergang über den Bohlenweg im Schwimmenden Moor, damit Sie später sagen können: "Ich habe es noch gesehen!"

Weitere Informationen:

Gemeinde Jade
Ansprechpartner: Rüdiger vom Lemm
Tel.: 0 44 054 - 12 75
E-Mail: ruevole@t-online.de

Moorwald Bollenhagen
Skurile Moorgeister-Skulpturen regionaler Künstler geleiten den Wanderer längst des knapp 4 Kilometer langen Rundweges durch Röhricht, alten Eichen- und Sumpfwald. Gemütliche Ruhebänke auf dem Moor-Bohlenweg, ein Waldklassnzimmer, ein Infomobil und ein Waldrastplatz mit Picknicktischen stillen Ruhebedürfnis und Wissensdurst. An Sonn- und Feiertagen während der Saison ist der Infowagen nachmittags geöffnet. Führungen für Groß und Klein werden vom Weser-Marsch-Moor e.V. regelmäßig und auf Anfrage angeboten.

Weitere Informationen:

Weser-Marsch-Moor e.V.
Ansprechpartner: Rüdiger von Lemm
Tel.: 0 44 54 - 12 75
E-Mail: ruevole@t-online.de
Internet: weser-marsch-moor.de

Große Angelkuhle

Der Rest des wunderschönen Hochmoorgebietes Große Anglerkuhle ist ein besonderes Kleinod der Naturlandschaft der Wesermarsch. Hier lässt sich erahnen, wie schön die Pflanzenwelt der Moore in den Zeiten vor der großflächigen Trockenlegung war: Glockenheide, Wollgras und Moorlilien blühen in der Großen Anglerkuhle um die Wette. Damit man keine nassen Füße bekommt, führt ein Bohlenweg in das 1,2 Hektar große naturnahe Gebiet. Wer an einer Führung interessiert ist, kann sich an den Verein Weser-Marsch-Moor e.V. wenden.

Weitere Informationen:

Weser-Marsch-Moor e.V.
Ansprechpartner: Rüdiger von Lemm
Tel.: 0 44 54 - 12 75
E-Mail: ruevole@t-online.de

Gellener Torfmöörte
Das 118 Hektar große Naturschutzgebiet besteht aus einem landschaftlich abwechslungsreichen Hoch- und Tiefmoorkomplex mit brachliegendem Moorgrünland, Teichen, Verlandungs- und Waldgebieten sowie Torfstichen und Moorheiden. Das ab 1900 kultivierte Land bildet zusammen mit dem Ipweger Moor - einen der wildesten und unzugänglichsten Moore Norddeutschlands - die Reste naturnaher Hoch- und Übergangsmoore der Wesermarsch. Es ist für sein reiches Vorkommen von Sumpfcalla und Libellen bekannt. Auf dem ausgewiesenen Lehrpfad kann man einen schönen Spaziergang machen.  

Weitere Informationen:

Weser-Marsch-Moor e.V.
Ansprechpartner: Gerold Maas
Tel.: 0 44 85 - 9 01
Internet: www.weser-marsch-moor.de
Holler- und Wittemoor